Es regnet! Und auch für den ganzen Tag ist immer wieder Regen vorhergesagt – was uns jedoch nicht davon abhält, in einer Regenpause mit den Fahrrädern in Richtung Innenstadt aufzubrechen. Doch schon nach wenigen hundert Metern setzt erneut dichter Regen ein. Um nicht völlig durchnässt zu werden, stellen wir uns in einem kleinen Supermarkt unter, wo wir drei Bananen für einen Belize-Dollar erstehen.
Nach einigen Minuten lässt der Regen nach und hört schließlich ganz auf. Also setzen wir unsere Radtour fort und fahren bis zum „Split“, dem Kanal, der die Nord- von der Südinsel von Caye Caulker trennt. Dieser wurde übrigens erst 1961 vom Hurrikan Hattie geschaffen, der die bis dahin zusammenhängende Insel in zwei Teile riss.

Mit einer kleinen Fähre setzen wir zur Nordinsel über und fahren von dort aus immer weiter nach Norden, mit dem Ziel „Bliss Beach“. Diesen Beach Club hatte uns vor ein paar Tagen ein französisches Paar wärmstens empfohlen. Heute hat Andrea die Kamera mit dem großen Objektiv im Gepäck, denn auch auf Caye Caulker gibt es noch einige neue Vogelarten zu entdecken. Wenngleich die Fahrräder alles andere als ergonomisch sind und weder über eine Gangschaltung verfügen, dafür aber mit einer Rücktrittbremse ausgestattet sind, kommen wir auf den durch den Regen aufgeweichten Wegen dennoch einigermaßen gut voran.

Bei „Bliss Beach“ angekommen, müssen wir feststellen, dass dieser mittwochs Ruhetag hat. Außer uns stehen noch einige andere Urlauber vor dem verschlossenen Tor der gepflegten Anlage. Der Versuch, einen anderen Strand zu finden, an dem wir uns ein wenig niederlassen können, scheitert. Dort, wo die Küste nicht von Mangroven bewachsen ist, bedeckt ein dicker Teppich aus angespültem Seegras das Ufer. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn echtes Strandwetter gibt es heute ohnehin nicht.
So treten wir gegen Mittag die Rückfahrt an. Ungewöhnlich für diese Uhrzeit machen wir unterwegs noch einige schöne Vogelsichtungen. Sogar sogenannte „Lifer“ sind dabei: eine neue Tauben- und eine neue Kolibri-Art, aber auch der Schwarze Katzenspötter (Black Catbird) und der Palmwaldsänger (Palm Warbler). Vom Goldstirnspecht (Golden-fronted Woodpecker), kann Andrea zudem sehr schöne Fotos sowohl vom Männchen als auch vom Weibchen aufnehmen.




Als wir nach diesem Fotostopp weiterfahren wollen, muss ich mit Entsetzen feststellen, dass mein Vorderreifen platt ist. An Weiterfahren ist nicht zu denken! Nach einigen Metern Schieben hält Andrea einen Golfcart an, der mich und das Fahrrad ein Stück weit mitnimmt. Während ich anschließend wieder schiebe, setzt erneut Regen ein. Welch ein Glück, dass wir gerade am „Korner Stop Cafe“ vorbeikommen, wo wir bei einem Fruchtsaft Schutz vor dem Regen finden. Da der Regen anhält und stärker wird, entschließen wir uns, hier zum Lunch zu bleiben. Gute Entscheidung, denn die Chicken-Chimichangas schmecken richtig lecker.

Als der Regen aufhört, schieben wir die Räder weiter bis zum Split. Nach dem Übersetzen auf die Südinsel fährt Andrea zur Unterkunft zurück und ich schiebe weitere 45 Minuten mein plattes Rad bis zur Unterkunft.
Später machen wir uns noch einmal zu Fuß auf den Weg, um uns die Beine zu vertreten, einzukaufen und vielleicht auch noch das ein oder andere Vögelchen zu fotografieren. Doch erneut werden wir von einem Regenschauer überrascht. Ein Golfcart-Taxi erkennt unsere missliche Lage, sammelt uns ein und bringt uns – für einen nicht ganz unerheblichen Preis – trocken zu einem Supermarkt. Den Rückweg zur Unterkunft schaffen wir dann tatsächlich, ohne noch einmal nass zu werden. Dort bereiten wir uns in der Küche des Hauses eine Kleinigkeit zum Abendessen zu.
Ansonsten heißt es heute nun nur noch: sich vom nassen Ausflugstag erholen und hoffen, dass morgen deutlich besseres Wetter herrscht, wenn wir mit einem Katamaran zu verschiedenen Schnorchel-Spots segeln.
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