Es regnet, als wir beim Frühstück im Roast Coffeehouse sitzen. Anders als bei uns zu Hause bedeutet das jedoch keineswegs, dass es gleich kälter wird – tropischer Regen eben! Gut also, dass wir den Start unserer Kajaktour nicht früher angesetzt haben, sondern erst für 8:30 Uhr. So haben die Wolken noch genügend Zeit, sich auszuregnen.

Wären wir heute mit dem erklärten Ziel unterwegs, in den Mangroven Vögel zu beobachten, wären wir wahrscheinlich schon deutlich früher aufgebrochen – und das mitten im Regen. Insofern haben wir alles richtig gemacht: Schon kurz nach acht Uhr ist der Schauer vorüber, und die Sonne strahlt aus einem makellos blauen Himmel, als wäre nichts gewesen.
Die Lagune am nördlichen Stadtrand von Hopkins ist zwar kein ausgewiesenes Schutzgebiet, wirkt aber dennoch wie ein erstaunlich intaktes kleines Ökosystem. Gesäumt von verschiedenen Mangrovenarten bildet sie einen wichtigen Lebensraum für Fische, Vögel und zahlreiche andere Tiere. Durch wechselnde Wasserstände, Sedimente und das stetige Wachstum der Mangroven verändert sich ihr Erscheinungsbild immer wieder – so erklärt es uns unsere Guide Uwahnie an diesem Morgen. Mal öffnen sich kleine Wasserflächen, mal wachsen schmale Kanäle zu, während an anderer Stelle neue entstehen.
Jeder von uns steigt in sein eigenes Kanu, und schon bald gleiten wir – begleitet vom gleichmäßigen Plätschern der Paddel – hinter Uwahnie her durchs Wasser. Langsam entfernen wir uns von der Einsetzstelle und tauchen in die ruhige, grüne Welt der Mangroven ein.






Zunächst überqueren wir eine größere, offene Wasserfläche der Lagune. Danach führen uns immer schmaler werdende Kanäle tiefer in das verschlungene Labyrinth der Mangroven hinein, bis sich schließlich regelrechte „Tunnelröhren“ unter dem dichten Blätterdach bilden. Hier ist an richtiges Paddeln kaum noch zu denken. Stattdessen greifen wir nach den freiliegenden Mangrovenwurzeln und ziehen uns mit den Armen langsam Stück für Stück vorwärts. Nach zweieinhalb Stunden haben wir 6 Kilometer zurückgelegt, sind zwar nicht erschöpft aber die ungewohnte Anstrengung ist an verschiedenen Körperteilen spürbar.
Nach der Kajaktour bleiben wir noch eine Weile am nahegelegenen Strand. Wir nutzen die Zeit, um unsere nass gewordenen Klamotten zu trocknen und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Wenn da nur nicht der Müll wäre, der hier achtlos weggeworfen wird und das Meeresufer und den Strand verschmutzt. Leider ist das kein Einzelfall – auch an vielen anderen Orten, die wir auf dieser Reise bereits besucht haben, ist uns dieses Problem immer wieder begegnet.
Der Rest des Tages steht ganz im Zeichen der Erholung: ein wenig Schlaf nachholen, später noch einmal an den nahen Strand gehen, im Schatten liegen und in unseren Büchern lesen. Am Abend machen wir uns schließlich auf den Weg zum Abendessen in das Garifuna-Restaurant „Innie’s“ – mehr Programm braucht es heute nicht.






