Cahal Pech

Nachdem es gestern und auch in der Nacht immer wieder geregnet hatte, zeigt sich auch an diesem frühen Morgen die Sonne nicht am Himmel. Stattdessen liegt ein dunkles Einheitsgrau über der Landschaft, nur hin und wieder durch kleine Wolkenlücken unterbrochen. Kurz vor sechs Uhr trinken wir im Restaurant der Lodge einen Kaffee, bevor die morgendliche geführte Birdingtour beginnen soll. Diese startet jedoch nicht pünktlich, da es gerade wieder recht intensiv regnet. Als der Regen einige Zeit später endlich nachlässt, machen wir uns mit einer kleinen Gruppe Unerschrockener auf den Weg durch die Resortanlage. Unser Guide weist uns auf verschiedene Vögel hin, die er im dichten Laub der Bäume oder im Unterholz entdeckt. Es sind tatsächlich einige interessante Sichtungen darunter, so z.B. zwei verschiedene Trogon-Arten, die wir bisher nie gesehen haben.

Um 8 Uhr gehen wir zum Frühstück, das hier in Buffetform angeboten wird. Wir lassen uns das für Belize typische warme Frühstück (W) sowie Früchte, Joghurt, … (A) schmecken. Anschließend spazieren wir mit gezückter Kamera noch einmal durch die Anlage, und Andrea gelingen dabei einige weitere tolle Aufnahmen.

Schließlich ist es wieder einmal Zeit, die Koffer zu packen. Glücklicherweise gibt es hier einen Service, der das Gepäck von der Unterkunft zum außerhalb der Anlage gelegenen Parkplatz transportiert. Das erspart uns eine sonst ziemlich mühsame Schlepperei.

Belize ist ein Land der kurzen Entfernungen. Viele Touristen wechseln deshalb gar nicht von Unterkunft zu Unterkunft, wie wir es tun, sondern quartieren sich zentral in einer Lodge ein und unternehmen von dort aus Ausflüge zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten.
Auf der Fahrt zur Zwillingsstadt St. Ignacio / Santa Elena überlegen wir kurz, ob das vielleicht auch für uns der bessere Reisemodus gewesen wäre. Doch nach ein paar Minuten sind wir uns einig: Nein. Für uns gehört das Weiterziehen einfach dazu – schließlich gibt es so immer wieder neue Orte zu entdecken.

Schon gegen 13 Uhr erreichen wir die am Hang über der Stadt gelegene Lodge „Santa Cruz Cabins“. Unser Häuschen ist zwar noch nicht bereit, doch wir lassen unser Gepäck bereits hier, um ohne Ballast in die Stadt zu fahren und das nahegelegene Maya-Monument Cahal Pech zu besuchen. Unsere Gastgeber Toni und Juliet begrüßen uns äußerst herzlich und lassen keinen Zweifel daran, dass sie mit großer Freude für ihre Gäste da sind. Obwohl wir unsere Unterkunft von innen noch gar nicht gesehen haben, sind wir jetzt schon ganz begeistert.

Cahal Pech ist eine Maya-Ruine oberhalb von St. Ignacio. Die Anlage gehört zu den ältesten Maya-Siedlungen in dieser Region und bietet einen schönen Blick über das Tal des Macal River. Wegen der Mittagshitze (90 °F) gehen wir es ganz geruhsam an, die Anlage zu erkunden. Zwischen den restaurierten Tempelplattformen, Höfen und Treppenanlagen lässt sich erahnen, wie lebendig dieser Ort einst gewesen sein könnte. Im Vergleich zu Lubaantun wurde hier deutlich mehr Mauerwerk restauriert, sodass viele der baulichen Strukturen klarer erkennbar sind. Ein Panoramabild des ursprünglichen Zustands sowie ein Diorama der heutigen Anlage im kleinen Museum am Eingang vermitteln einen guten Eindruck davon, was einen beim Rundgang erwartet.

Nach dem Besuch des Maya-Monuments schlendern wir noch über den Markt von San Ignacio. Zwischen dicht an dicht stehenden Ständen entdecken wir Früchte, die wir in unserem Leben noch nie gesehen – geschweige denn gekostet – haben. Überall stapeln sich Obst, Gemüse und Gewürze in allen Farben. Das bunte Treiben wirkt auf uns herrlich exotisch. Und bevor wir weiterziehen, gönne ich mir noch einen Burrito an einem der improvisiert wirkenden Essensstände.

Zurück bei den Santa Cruz Cabins beziehen wir unser Häuschen (#1) – und sind absolut begeistert. Ein edler Holzfußboden, individuell angefertigte Möbel im Wohn- und Schlafbereich sowie großformatige Marmorfliesen im Bad sorgen sofort für eine besonders hochwertige Atmosphäre. Dazu kommen eine mit Insektengittern geschützte Veranda und eine gut ausgestattete Küchenzeile. Alles wirkt sehr stimmig, liebevoll eingerichtet – einfach ein Träumchen (und das auch noch zu einem wirklich günstigen Preis!).

Toni kümmert sich anschließend noch um unseren Internetzugang und nimmt sich viel Zeit für ein ausführliches Gespräch über unsere Tourmöglichkeiten für die nächsten Tage. Dabei bleibt auch Gelegenheit für einen interessanten Plausch über dies und jenes.

Zum Dinner fahren wir noch einmal in die Stadt und gehen ins Ko-Ox Han Na – der Name bedeutet übersetzt „Lass uns essen gehen“. Andrea bestellt Lammleber, ich entscheide mich für Lammherz. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt: Beide Gerichte schmecken uns ausgesprochen gut.

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