Es ist kaum zu übersehen: Wir befinden uns mitten in der Maya-Phase unserer Rundreise. Gestern haben wir Cahal Pech erkundet, heute steht ein weiteres beeindruckendes Maya-Monument auf dem Programm – Xunantunich. Und morgen? Lassen wir uns überraschen!
Pünktlich um sieben Uhr bringen uns Toni und Juliet das Frühstück auf unsere Veranda. Nicht ohne berechtigten Stolz erzählt Juliet, was sie für uns zubereitet hat: Rührei mit „Dschungelspinat“, dazu in Kokosmilch gekochte Refried Beans und knusprige Fried Jacks. Natürlich darf auch etwas Fruchtiges nicht fehlen – ein paar saftige Stücke Papaya runden das landestypische Frühstück wunderbar ab. Dazu haben wir uns einen Kaffee gekocht, der hier in Belize angebaut wurde.
Bald nach dem leckeren Frühstück fahren wir etwa eine halbe Stunde zum Maya-Monument Xunantunich. Kurz davor setzen wir mit einer handbetriebenen Fähre über den Mopan River über und stellen nach einer weiteren kurzen Fahrstrecke den Wagen auf dem Parkplatz vor dem Visitor Center ab.
War Cahal Pech gegenüber Lubaantun bereits eine deutliche Steigerung, so ist Xunantunich noch einmal weitaus beeindruckender als Cahal Pech. Das liegt vor allem daran, dass die Anlage deutlich größer ist und mit ihren zahlreichen Plätzen, Tempeln und Palastanlagen schon eher den Eindruck einer Maya-Stadt vermittelt. Mehr als 25 Bauwerke gruppieren sich hier um mehrere große Plazas, und über allem thront die mächtige Pyramide El Castillo, die weit über den Dschungel hinausragt.
Auf diese steigen wir gleich hinauf, bevor einige Reisegruppen die Stille und Abgeschiedenheit der Anlage stören. So haben wir die über zwölf Jahrhunderte alte Pyramide noch ganz für uns allein. Der Aufstieg über die steilen Treppen – bei mittlerweile sicher schon wieder 30 Grad Celsius – entpuppt sich dabei als ein ziemlich schweißtreibendes, aber zugleich hervorragendes Cardio-Training.
Oben angekommen werden wir für die Anstrengung reichlich belohnt. Von der Plattform der Pyramide reicht der Blick weit über das grüne Blättermeer des Dschungels. und von hier oben soll man sogar bis nach Guatemala hinübersehen können. Für den Moment genießen wir einfach nur die Ruhe, den warmen Wind und das intensive Gefühl, auf einem Bauwerk zu stehen, das schon seit mehr als zwölf Jahrhunderten in dieser Landschaft steht.






Und welch angenehme Überraschung – es gelingen uns hier in Xunantunich sogar eine interessante Vogelsichtungen.
Nicht weit entfernt liegt der Belize Botanic Garden am Ufer des Macal River. Auf rund 18 Hektar wachsen hier hunderte Baumarten und zahlreiche tropische Pflanzen wie Orchideen, Palmen und Heilpflanzen der Maya. Die Anlage entstand in den 1990er-Jahren aus einer ehemaligen Farm und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel, dient aber auch der Forschung und dem Schutz seltener Pflanzenarten.








Hier gefällt es uns ausgesprochen gut. Wir sind ganz fasziniert von den vielen unterschiedlichen Eindrücken und den verschiedenen Gartenbereichen. Mal gehen wir durch eine Anlage mit Obstbäumen aus aller Welt, dann durch ursprünglichen Regenwald, anschließend durch einen Bambushain oder einen Palmengarten. Das Birdwatching wird hier fast zur Nebensache. Eine besondere „Einlage“ gibt übrigens eine Horde Brüllaffen, die aus den Baumwipfeln ein wahrhaft ohrenbetäubendes Gebrüll von sich geben. Sehr beeindruckend! Mehr als dreieinhalb Stunden halten wir uns hier auf, bevor wir (ein wenig schlapp von der Hitze) den Heimweg antreten.




Duschen, umziehen, ein wenig ausruhen und den Ablauf für den kommenden Tag organisieren, dann fahren wir ins nahegelegene Restaurant „Tolaka Smokehouse“ wo wir gut zu Abend essen. Andrea wählt Hähnchenfilet mit Knoblauchsoße und ich esse mich an einer überdimensionierten Fleischplatte satt.


