Und wieder gibt es ein ausgezeichnetes Frühstück auf unserer Veranda – mit lokalen Zutaten, von unserer Gastgeberin Juliet liebevoll zubereitet. Gestärkt für den Tag steigen wir anschließend in den Kleinbus unseres Touranbieters, der uns zur Barton Creek Cave bringt. Zu unserer Überraschung haben wir den Bus und unseren Fahrer beziehungsweise Guide, David, ganz für uns allein – wir sind heute seine einzigen Gäste.
Zunächst fahren wir dieselbe Strecke, die wir bereits an den beiden vergangenen Tagen zurückgelegt haben. Nach einiger Zeit biegen wir jedoch auf eine schmale „dirt road“ ab. Die holprige Piste führt immer tiefer in die hügelige Landschaft, und zweimal müssen wir sogar einen kleinen Fluss durchqueren, bevor wir schließlich den abgelegenen Eingang der Höhle erreichen.

Die Barton Creek Cave ist eine archäologische Fundstätte der Maya-Kultur und vor allem aber auch eine beeindruckende Karsthöhle, durch die der Barton Creek fließt. Über mehrere Kilometer erstreckt sich ein großes unterirdisches Höhlensystem, von dem heute eine Strecke von etwa einem Kilometer mit dem Kanu besucht werden kann.
David erklärt uns, dass dieser Ort für die Maya eine besondere spirituelle Bedeutung hatte. Höhlen galten als Eingänge zur Unterwelt, und in Barton Creek wurden zahlreiche Keramikfunde, menschliche Überreste und Spuren ritueller Handlungen entdeckt.
Wir haben ja schon so manche Höhle besucht – aber eine Höhle vom Kanu aus zu erkunden, das ist für uns ein Novum. Schon bald nach dem Eingang wird es stockdunkel; nur noch unsere Helmlampen spenden etwas Licht und lassen die Felswände und Tropfsteine im Schein der Lampen aufscheinen. David manövriert das Kanu routiniert durch die teilweise sehr engen Passagen der Höhle. Manchmal hängen die Tropfsteine hoch oben von der Decke, dann wieder wird der Gang so niedrig, dass die Stalaktiten beinahe bis ins Wasser reichen und wir die Köpfe einziehen müssen.
Langsam gleiten wir tiefer in das dunkle Innere des Berges hinein. Nach etwa einem Kilometer versperren große Felsformationen den weiteren Weg. Dahinter setzt sich die Höhle zwar fort, doch nur noch als schmaler, wassergefüllter Gang – hier kommt man nur noch tauchend weiter. Für uns bedeutet das: wenden. Also drehen wir das Kanu und paddeln langsam wieder zurück in Richtung Höhleneingang, dem Tageslicht entgegen.







Dort angekommen, gönnen wir uns zunächst ein äußerst erfrischendes Bad im Barton Creek. Anschließend gibt es noch einen kleinen Snack – saftige Wassermelone und eine kohlrabiartige Frucht – während wir uns ein wenig mit David unterhalten. Schade, dass wir Fernglas und Kamera in der Unterkunft gelassen haben, denn die Umgebung ist ein interessanter Birding-Spot. Ein paar Vögel lassen sich hören und sehen, und etwas Zeit hätten wir durchaus gehabt, uns nach unseren gefiederten Freunden umzuschauen. Schließlich wird es aber Zeit für die Rückfahrt. Gegen zwölf Uhr setzt uns David wieder bei unserer Unterkunft ab.
Einem Tipp von David folgend machen wir uns am Nachmittag auf den Weg zur Mennoniten-Gemeinde „Spanish Lookout“. Dass sie kein großes touristisches Highlight sein würde, war uns klar, aber dass es so wenig zu sehen gibt, überrascht und enttäuscht uns dann doch ein wenig. Also cruisen wir ein bisschen durch die Agrarlandschaft, die die Mennoniten hier geschaffen haben. Die Gegend wirkt ordentlich, weitläufig und sehr landwirtschaftlich geprägt. Ganz anders als die Landschaften, die wir bisher in diesem Land gesehen haben. Wir gönnen uns ein Eis bei dem Unternehmen, das rund 80 % der Milch, des Käses und des Joghurts in ganz Belize produziert, schauen kurz an der Aguacate Lagoon vorbei und erledigen noch einen Einkauf in einem für diesen kleinen Ort erstaunlich großen Supermarkt. Das eigentliche Highlight des Ausflugs war die Überquerung des Belize River auf dem Hinweg: eine uralte, ziemlich marode Fähre, die noch von Hand betrieben wird. Ansonsten bleibt der Nachmittag allerdings eher… unspektakulär.




Das Abendessen nehmen wir heute (wieder) im Tolaka Smokehouse ein.

