Von San Ignacio nach Crooked Tree

Noch ein letztes Mal genießen wir Juliets Frühstück. Heute zaubert sie Bratkartoffeln mit „Dschungelspinat“ und Tamalitos, dazu karamellisierte Kochbanane und einen frischen Früchtemix aus Banane und Papaya.

Der Abschied von Toni und Juliet fällt uns überraschend schwer. Sie verabschieden uns mit einer Herzlichkeit, wie wir sie auf Reisen nur selten erlebt haben. Es ist keine flüchtige Höflichkeit, sondern echte Wärme, die spürbar ist – in ihren Worten und in ihren Umarmungen. Auf der Weiterfahrt bleibt das Gefühl noch lange, dass wir hier nicht einfach nur irgendwelche Gäste waren.

Nur etwa 30 Kilometer weiter legen wir unseren nächsten Stopp ein: den Guanacaste-Nationalpark am Stadtrand der Hauptstadt Belmopan. Der Park ist winzig – und leider auch nicht besonders gut in Schuss. Die Aussichtsplattformen sind wegen ihres maroden Zustands gesperrt, und eine Brücke darf ebenfalls nicht betreten werden, weil Einsturzgefahr besteht. Trotzdem lohnt sich der Besuch. Rund zweieinhalb Stunden verbringen wir im Park und laufen dabei alle Trails ab, die er zu bieten hat.

Der krönende Abschluss gelingt schließlich am Visitor Center: Andrea schafft endlich ein Foto des Kapuzenwaldsängers. Den kleinen gelb-schwarzen Vogel hören wir nun schon seit zwei Wochen fast täglich, gesehen hatten wir ihn bislang aber nie. Heute wurde es also höchste Zeit!

Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob wir irgendwann auch den Fleckenbrust-Zaunkönig zu Gesicht bekommen. Auch er trällert regelmäßig lautstark durch den Wald – zeigt sich jedoch bisher kein einziges Mal.

Knapp zwei weitere Autostunden später – durch eine eher eintönige Landschaft – erreichen wir die Crooked Tree Lodge. Sie liegt direkt an einer unter Birdern bekannten Lagune und verspricht beste Sichtungschancen.

Ein erstes Vogel-Highlight erlebt Andrea schon am Eingangstor der Anlage, während ich noch mit dem Check-in beschäftigt bin. Ein Wegebussard hat eine für seine Verhältnisse riesige Echse erbeutet – und kämpft sichtlich damit, die Beute zu verspeisen. Die Echse setzt sich massiv zur Wehr und schafft es, sich am Kopf des Bussards festzubeißen …

Schnell bringen wir das Reisegepäck ins Haus – viel Zeit wollen wir nicht verlieren, denn wir können es kaum erwarten, das Lodgegelände zu erkunden.

Und tatsächlich: Ohne lange suchen zu müssen, fliegen uns innerhalb von etwa zwei Stunden zahlreiche Vögel vor die Linse – stolze 21 verschiedene Arten.

Das Abendessen haben wir in der Lodge vorbestellt. Es gibt Tapia-Filet und dazu Ananas-Pasta. Schmeckt sehr lecker! (wenn es vielleicht auch nicht so klingt). Danach ziehen wir uns in unser Häuschen (Nr. 5) zurück und werden zusehen, dass wir nicht allzu spät zu Bett gehen, denn – wen wundert es – morgen geht es früh raus. Wir haben eine dreistündige Bootstour zum Birdwatching auf der Lagune gebucht.

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