Wir hätten uns gestern Abend keinen Wecker stellen brauchen: durchdringende Vogelstimmen (KEIN leises Gezwitscher) werfen uns um kurz vor sechs Uhr aus dem Bett. Das passt! Denn wir sind auf 6:30 Uhr mit Rupert für eine 2 ½ -stündige Bootsfahrt auf der Lagune verabredet. Mit dabei ist Trudy, eine schätzungsweise 70-jährige Kanadierin, mit der wir gestern Nachmittag bereits ins Gespräch kamen.
Mit Ruperts kleiner Nussschale tuckern wir in eine wunderschöne Morgenstimmung hinaus auf die Lagune und treffen nach nicht einmal 200 Metern auf eine Vielfalt an Vögeln an und über dem Wasser, die uns die Sprache verschlägt: von Papageien, Geiern über diverse Reiher (7), Kormorane, diverse Enten, farbenfrohe Rallen und Kingfisher („Eisvögel“) bis hin zu Bussarden und Adlern ist wirklich alles geboten.





Aber das Beste hat sich unser Guide Rupert für den Schluss aufgehoben: den Jabiru! Er ist mit seinen 1,40 Meter Größe und ca. 2,50 Meter Spannweite der mit Abstand größte Storch weltweit. Zugegebenermaßen ist er keine Schönheit mit seinem schwarzen, fast kahlen Kopf und dem mächtigen, leicht klaffenden Schnabel. Aber wir drei Birder werden ganz andächtig beim Anblick dieses imposanten Vogels, denn es gibt nur wenige Orte, an denen dieser seltene Vogel zu beobachten ist.






Zurück an der Lodge vertreiben wir uns die Wartezeit aufs Frühstück (irgendwie hatte die zeitliche Abstimmung zwischen Rupert und unserer Gastgeberin Angie nicht gestimmt) bei einem Gespräch mit Trudy und einem Videocall mit Jana, Lucas und Lena.
Gegen 11 Uhr setzen wir uns gut gestärkt auf unsere kleine Terrasse und verbringen die nächste Stunde mit Vogelbeobachtung auf der Lagune (W) und Sichtung der morgendlichen Fotoausbeute (A) und machen uns gut eine Stunde später trotz mittlerweile troischer Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf den Weg in den „Ort“. Will heißen: wir spazieren in einem der Temperatur angemessenen Tempo den staubigen Pfad entlang und halten dabei nach weiteren Vögeln Ausschau. Ich bin ehrlich: für die gut 3,5 km benötigen wir 2 ¼ Stunden, was aber in erster Linie an den vielen Vögeln liegt, die wir leider oft nur hören, aber von Zeit zu Zeit auch im Gebüsch oder auf Zäunen entdecken. Und gerastet wird natürlich auch: im Schatten eines improvisierten Pavillons vor dem Dorf-Supermarkt gönnen wir uns zwei Erfrischungsgetränke, bevor wir den Rückweg antreten.







Eine kühlende Dusche, Lesen, ein Aperitif auf der Terrasse mit Lagunenblick, Abendessen… so unspektakulär können wir einen Tag auch ausklingen lassen.

