Kanufahren in Crooked Tree

Mit sportlicher Aktivität in der Natur beginnt unser heutiger Tag. Gegen 6:30 Uhr schleppen wir das große Blechkanu, das zur Lodge gehört und kostenlos genutzt werden darf, hinunter zum Wasser. Wir setzen es ein, und schon beginnt unsere gemütliche Kanutour auf der Revenge Lagune, einem Teil des weitläufigen Lagunensystems im Crooked Tree Wildlife Sanctuary. Natürlich liegt der Fokus auf dem Birdwatching, denn dieses Gebiet ist ein unbeschreiblich schöner und vor allem äußerst ergiebiger Birding-Hotspot. Heute Morgen ist es vergleichsweise kühl (23 °C) und stark bewölkt. Eine leichte Brise weht über das Wasser der Lagune – beste Bedingungen also!

Es ist ein völlig anderes Naturerlebnis, sich mit eigener Muskelkraft im Kanu fortzubewegen, statt in einem Motorboot über das Wasser „kutschiert“ zu werden. Außerdem können wir uns so ganz langsam und fast lautlos an die Vögel anschleichen, die Andrea fotografieren will. Trotz des etwas kippeligen Kanus gelingen ihr sehr gute Aufnahmen.

Besonders groß ist unsere Freude über einen „Lifer“: den Gabelschwanz-Königstyrann. Der auffällige Vogel mit seinem tief gegabelten, außergewöhnlich langen Schwanz wirkt besonders im Flug spektakulär. Aber auch die Sichtung eines Erzfischers begeistert uns sehr. Diesmal entdecken wir nämlich erstmals ein Männchen dieser Art – gestern hatten wir bereits ein Weibchen gesehen.

Um 8 Uhr sollte es eigentlich Frühstück geben. Doch Angie nimmt es heute Morgen nicht ganz so genau mit der Zeit, und so steht das Frühstück schließlich erst gegen halb neun auf dem Tisch. Viel Zeit bleibt nun nicht, denn bereits um 9 Uhr sind wir mit Rupert verabredet. Er möchte uns durch einen großen Garten mit Obstbäumen, Heilkräutern und allerlei anderen Pflanzen führen.

Der geplante Besuch scheitert jedoch überraschend: Die offensichtlich steinalte Besitzerin des Gartens ist entweder nicht zu Hause, hört unser Rufen nicht – oder will es vielleicht auch gar nicht hören. Jedenfalls bleibt der Garten für uns verschlossen. Kurzerhand ändern wir den Plan. Rupert kennt sich bestens im Dorf aus und bringt uns zu einer anderen Stelle, an der wir unserer Leidenschaft für die Vogelbeobachtung frönen können. Wir verbringen interessante zwei Stunden mit ihm, die allerdings auch sehr anstrengend sind, denn seine Aussprache verstehen wir nur mit höchster Konzentration einigermaßen und auch dann nicht vollständig.

„Was machen wir nun mit dem angebrochenen Tag?“, fragen wir uns um die Mittagszeit. Die Antwort liegt schnell auf der Hand – und wir denken beide sofort an dasselbe: noch einmal ins Kanu steigen. Gesagt, getan. Diesmal wählen wir eine andere Route über die Lagune. Als wir zwei Stunden später wieder an Land gehen, sind wir uns hundertprozentig einig: Das war eine ausgezeichnete Idee.

Am späten Nachmittag brechen wir noch einmal mit dem Auto zu einer kleinen Sichtungsfahrt auf. Unser Hauptziel sind Papageien, die am Abend zu ihren Schlafplätzen fliegen – ein Tipp, den uns Rupert gegeben hat. Tatsächlich haben wir Glück: Wir entdecken zumindest ein Paar Weißstirnamazonen. Sie lassen sich sogar fotografieren – wenn auch wenig idyllisch auf einer Stromleitung sitzend.

So neigt sich unser zweiter Tag in Crooked Tree langsam seinem Ende zu. Für den nächsten Morgen schmieden wir bereits neue Pläne: Vor der Abreise wollen wir noch einmal mit dem Kanu hinaus auf die Lagune fahren.

Nach dem Abendessen lassen wir den Tag ruhig ausklingen. Wir schreiben unseren Tagesbericht und sichten die vielen Fotos, die heute entstanden sind – viele werden aussortiert, wenige schaffen es in die engere Auswahl. Dabei lassen wir die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren.

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