Am südlichsten Punkt

l’Agulhas. Jetzt sind wir am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents angekommen. Die Fahrt nach Agulhas führte uns über Pearly Beach, wo wir einen längeren Strandspaziergang machten. Über einen ewig lang erscheinenden, breiten Sandstrand mit kräftiger Brandung liegen überall kantige Felsen verstreut. Der Wind bläst stark aus Süden und die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel. Also die besten Voraussetzungen, etwas Zeit am Strand zu verbringen. An Baden denkt hier keiner, denn das Wasser ist a…kalt, weil es mit der Benguela-Strömung direkt vom Südpol kommt.

Weiter geht’s, weg von der Küste, ins Landesinnere nach Elim, einer evangelischen Mission. Um hier her zu kommen, müssen wir erstmals eine gravel road befahren. Eine – im Verhältnis zu den übrigen Häusern – übergroße Kirche dominiert den Ort. Zahlreiche reetgedeckte Häuschen reihen sich an der Hauptstraße auf. Und das war’s dann auch schon.

Als Mittagessen verdrücken wir auf dem Kirchplatz sitzend etwas Biltong , Droëwors und ein paar Nüsse. Dieses „Picknick“ schmeckt viel besser als es sich anhört.

Noch ein paar Kilometer, dann erreichen wir unser nächstes Etappenziel, L’Agulhas, wo wir im „Beachcombers B&B“ sehr freundlich empfangen werden. Das Haus bewohnen wir heute ganz alleine ohne weitere Gäste. Diese Unterkunft reicht zwar nicht an das Niveau der letzten Tage heran, hat aber seinen ganz eigenen Charme. Die Vermieterin rät uns, gleich den alten Leuchtturm zu besichtigen, danach den südlichsten Punkt, an dem der Atlantik und der Indische Ozean sich treffen (Cape Agulhas). Anschließend sollten wir noch unbedingt einen knappen Kilometer weiter an der Küste entlang wandern zum „pebble beach“ (hier machen die rundgeschliffenen, weißen Steine eigentümliche Geräusche, wenn die Wellen über sie zurück ins Meer laufen). Und für das Abendessen hat sie auch schon eine geeignete Location als Tipp für uns parat, das „Zuidste Kaap“, das südlichste Lokal Afrikas.

Gesagt, getan! Als wir unser Eintrittsgeld für den Leuchtturm bezahlen, fragt uns der Mann an der Kasse, aus welcher Gegend genau wir in Deutshland kommen. Mit Erstaunen stellen wir fest, dass er den KSC kennt, weiß, dass dieser derzeit in der 2. Bundesliega spielt und dass Jean Dundee (Südafrikaner) für eben diesen Verein vor langer Zeit gekickt hat. WITZIG!!!

Der Aufstieg zur Leuchtturmspitze ist ziemlich abenteuerlich, denn wir müssen insgesamt vier fast senkrecht stehende Holzleitern erklimmen.

Ein paar hundert Meter weiter sehen wir Cape Agulhas, eine unspektakuläre Ansammlung von Steinen, die aber nun mal der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents ist. Als wir schließlich dort stehen, hat der Ort trotz (oder gerade wegen) dieser Schlichtheit seinen ganz besonderen Reiz (zumal hier keine Horden von Japanern rumrennen wie am Kap der Guten Hoffnung). Beim Strandspaziergang zu dem „geräuschvollen“ Strand sammle ich einige perlmuttschimmernde Schalen riesiger Meeresschnecken.


Nachdem wir uns frisch gemacht haben, geht es zum Abendessen in besagtes Lokal, ein kleines, schnuckeliges, reetgedecktes (typisch kapholländisch) Häuschen. Das Essen ist gut, wenn auch nicht außergewöhnlich. In unserer Unterkunft lassen wir den Tag mit einer guten Flasche afrikanischen Weins ausklingen…